König Ludwig II. - aktuell | Das Internet-Magazin für
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Kolumne 29

Erstes Kapitel der Biographie
Der junge König
4.Teil

Es gab Leute, die sagten, Ludwig wäre für sein Alter noch recht naiv gewesen. Beispielsweise fragte er einmal einen Hofbeamten, was denn eigentlich ein “natürlicher Sohn” sei.
Auch das Wort “Notzucht” mußte ihm erklärt werden.
Zur sogenannten nachgesagten “Naivität” Ludwigs läßt sich allerdings nur hinzufügen: wäre der hochintelligente und bewegliche Ludwig, wie andere deutsche Fürstensöhne zur Zeit der Königin Victoria, nach Eton geschickt worden und hätte er den Unterricht dort auch durchgestanden, so wäre er mit Sicherheit bei der Thronbesteigung befriedigend aufgeklärt und insgesamt auch lebenstüchtiger gewesen.
Übrigens, das Gedächtnis Ludwigs war bemerkenswert. Er konnte fast alle Libretti Wagners auswendig, und oftmals deklamierte er viele lange Stellen aus Schillers Dramen, von denen er einige im Hoftheater gesehen hatte. Ludwig hatte auch ein sehr wohlklingendes Organ und seine Diktion war sehr gut. Dies stellte immer wieder Graf Lerchenfeld, der bayerische Gesandte in Berlin, fest. Allerdings setzte der Gesandte dann immer hinzu: “Nur reichlich feierlich und gänzlich humorlos ist er.”
Obwohl Ludwig eigentlich nie vergaß, daß er König war, konnte er mitunter sehr zwanglos sein, wozu ja sein Vater, Maximilian II. nie imstande gewesen war - und dies auch nicht einmal bei seinen wöchentlichen Symposien in der Residenz. Der Kabinettsbeamte Franz von Leinfelder, der Ludwig von Kindheit an kannte und dann später bei ihm die Position eines Privatsekretärs einnahm, erzählte einmal, daß Ludwig ihm selbst den Stuhl herbeigetragen habe, ihm den Wein eingeschenkt und auch nachgeschenkt habe.
Die Wittelsbacher hatten es eigentlich mit dem Regieren immer schon sehr ernst genommen. Auch Ludwig trat sein neues Amt pflichtbewußt, gewissenhaft und mit vollem Eifer an.
Den Ministern gefiel das gar nicht, hatten sie sich doch vorgestellt, Ludwig werde sich nur mit der Rolle einer Marionette begnügen. Die intensiven Bemühungen der Minister, Ludwig zu beherrschen und zu bevormunden, schlugen nun bald fehl, und er nahm dann auch bald in seinem Kabinett die ersten Umbesetzungen vor.
Jeden Morgen Punkt neun Uhr saß er an seinem Schreibtisch und nahm zunächst den Vortrag seines Kabinettssekretärs von Pfistermeister entgegen.
Ludwig konnte aber sehr eigensinnig sein, auch konnte er in Wut geraten. Darüber gibt es nun wieder viele, viele phantasievolle Geschichten, wie es auch zu erwarten war. Man erzählte unter anderem, Ludwig wäre bei seinen Wutausbrüchen nicht wiederzuerkennen gewesen, sein Gesicht verfärbte sich ganz schrecklich und er schmiß sogar mit Gegenständen oder zertrampelte sie; er hätte wie der Teufel ausgesehen, und der ganze drastische Wortschatz seines bäuerlichen Landes stand ihm dann zu Gebote.
Die schauderhaften Stories ließen sich natürlich beliebig lang fortsetzen. Aber wir verzichten darauf.
Von Belang scheinen mir die Mitteilungen, die Julius Fröbel in seinen Lebenserinnerungen verzeichnet hat. Der vielgewanderte Fröbel war Anfang August 1864 nach München gekommen und hatte von Philipp Pfister, der zu Pfistermeister in nahen Beziehungen stand, manches über eine damals noch nicht beendete Ministerkrise erfahren. Alle Minister hätten durch grobe Unarten den König gekränkt, indem sie ihn zu terrorisieren versuchten. Ganz besonders rücksichtslos habe sich der geistig wenig bedeutende Schrenck benommen. Die ganze Gesellschaft hätte gegen den den König förmlich gemeutert, in der Hoffnung, daß der unerfahrene junge Herr nicht den Mut haben werde, ein eigenes Urteil und einen eigenen Willen zu zeigen.
Archivdirektor Löher sprach im Ausdruck überschwänglicher Bewunderung von dem jungen Monarchen: er sei kühn und hochstrebend wie ein Adler und unschuldig wie eine Lilie; jeder großen Idee zugänglich. Es sei erstaunlich, wie- viel er, ohne daß es bemerkt wurde, studiert habe. Ganz anders dagegen klangen nach Fröbel die Äußerungen des Grafen Hegnenberg und des Professors Pouzl: Das Verfahren des jungen Herrn sei zu wenig der konstitutionellen Regel gefolgt, als daß es nicht ihr Mißfallen erregt hätte. “Wir sind wieder in die Flegeljahre gekommen”, sagte Hegnenberg, und “es wurde auf Seite der beiden Männer eine Unzufriedenheit laut, die einen recht boshaften Ausdruck zu finden wusste.” Sie erzählten nämlich, eine der ersten Äußerungen des jungen Königs nach der Thronbesteigung sei die Freude gewesen, nun keine Unterrichtsstunden mehr nehmen zu müssen.
Fröbel führte diese Freude auf mangelhafte Lehrer zurück. Aber gibt es einen jungen Mann, welchen Standes er auch sei, der nicht freier aufatmet, wenn er dem Schulzwang entgeht? Während sein Großvater noch im Alter Spanisch lernte und sein Vater sich an einem Abend englisch, französisch, neugriechisch und italienisch unterhielt und mit Ausländern umgab, um in Übung der fremden Sprachen zu bleiben - seinen sogenannten Spazierstöcken -, sprach Ludwig II. ja nur eine fremde Sprache recht gut, die er von einer französischen Bonne gelernt hatte.
Ludwig II. verriet übrigens eine besondere Vorliebe weder für den Adel noch für das Militär und der Hof trat unter seiner Regierung im gesellschaftlichen Leben allerdings immer mehr in den Hintergrund. Eine seiner wenigen Lebens- äußerungen war zuletzt nur ein großes Ballfest, das der König der Hofgesellschaft und weiteren Kreisen im Wittelsbacher Palast zur Karnevalszeit gab und bei dem er sich durch den ältesten Prinzen des königlichen Hauses vertreten ließ.
Bei Thronantritt hatte Ludwig sein Universitätsstudium noch nicht beendet. Zu dieser Zeit hatte er aber bereits Staatsrecht, Geschichte und Philosophie gehört. Seine sechs Minister lobten stets sein Fachwissen auf allen Gebieten. Kurze Zeit nach der Thronbesteigung haben dann sogenannte Reaktionäre, konservative Kreise, den Vorschlag gemacht, den jungen König unter die Aufsicht seines erfahrenen Onkels, des Prinzen Luitpold, als des sogenannten “Königreichs Verweser” zu stellen.
Ludwigs Religionslehrer, der Universitätsprofessor und Kirchenhistoriker Ignatius von Döllinger, wußte jedoch dieses Vorhaben energisch und über- zeugend zu verhindern.
König Ludwig II. nachvollzog gewissenhaft die religionsgeschichtlichen und philosophischen Theorien Döllingers bis ins kleinste Detail, er durchdachte, diskutierte und durchlebte sie.
Ludwig betraute Ignatius von Döllinger mit dem Amt des Rektors an der Münchener Universität. Später stellte sich der König schützend vor Döllinger, als dieser wegen der sogenannten “Ablehnung des Unfehlbarkeitsdogmas” exkommuniziert wurde.
Heute gilt Ignatius von Döllinger als der “größte und gescheiteste Gottesgelehrte seiner Zeit”.

Der katholische Theologe Ignatius von Döllinger schildert einer Brieffreundin die Eigenschaften des Königs: “Von unserm König erzählt man sich fortwährend viel Gutes; er ist geistig begabter als sein Vater, allem Gemeinen entschieden abhold, religiös und zu stiller, einsamer Zurückgezogenheit geneigt. Bei Audienzen-Erteilungen sind ihm jene Männer willkommen, aus deren Gespräch er etwas lernen kann, wie er sagt. Seine vorherrschende Neigung ist bis jetzt Musik und das ernste Drama. Er hat verlangt, daß die großen Tragödien ganz unverkürzt gegeben werden sollen…
Übrigens ist der König sehr gutmütig, es macht ihm Freude zu schenken; zugleich aber auch sehr eifersüchtig auf seine Königsmacht, hierin seinem Großvater ähnlich, wie man sagt.”

Interessant sind die persönlichen Schilderungen des Königs über seinen täglichen Arbeitsablauf. Im April 1864 schreibt der König seiner ehemaligen Erzieherin folgenden Brief:
“Morgens kommen die Sekretäre um ½ 9 bis ½ 10 oder 10 Uhr. Zweimal in der Woche kommt Hofmann (der Hofsekretär), dieser um 10 bis 11; um 11 Uhr jeden Tag ein Minister, dann nehme ich ein zweites Frühstück ein und erteile gewöhnlich um 12 Uhr Audienzen, fahre und gehe; um 4 Uhr ist die Tafel, um 6 Uhr kommt abwechselnd je einer von den Sekretären, Leinfelder (Beamter des Kabinettssekretärs), liest dann die Zeitungen vor, was bis gegen 9 Uhr dauert; dann ist Tee.”

Luise von Kobell, die Gattin des langjährigen Kabinettssekretärs Eisenhart, weiß ergänzend zu berichten:
“Im jugendlichen Feuereifer, alles rasch zu erledigen, ließ der König anfangs sogar öfters im Kabinett anfragen, ob von den Ministern keine Anträge zur Unterschrift gekommen seien.”

Im Frühjahr 1864 hält sich Ludwig häufig im Schloß Berg am Starnberger See auf. Im Juni fährt dann Ludwig nach Bad Kissingen, um die dort zur Kur weilenden Fürstlichkeiten zu begrüßen. Es sind dies Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth von Österreich sowie das russische Zarenpaar Alexander II. und Maria Alexandrowna.
Nach einem vierwöchigen Aufenthalt in Kissingen unternimmt Ludwig Anfang August noch eine Fahrt nach Bad Schwalbach und an den Rhein.
Nach einem längeren Aufenthalt in Hohenschwangau kehrt Ludwig Anfang Oktober 1864 nach München zurück.
Der Schauspieler Ernst Possart beobachtet die Ausfahrt des Königs zum Oktoberfest, einem schon damals beliebten Volksfest mit Landwirtschafts- Ausstellung und Pferderennen, bei dem der König und das Diplomatische Corps zu erscheinen pflegen.
Ernst Possart schreibt: Mit Ungeduld erwarteten wir alle das Erscheinen des jungen Königs; endlich sollte der erste Sonntag im Oktober die Sehnsucht des von Stadt und Land zahllos herbeigeeilten Volkes stillen. Endlich schlägt es 2 Uhr. Die Zeit der Auffahrt des Hofes zur Festwiese rückt heran. Die Schloßwache tritt ins Gewehr, und ein brausendes Gewoge geht durch die dichtgestaute Menschenmasse auf dem Platz vor der Feldherrnhalle. In kurzem Trabe zieht ein Pikett berittener Gendarmen durch das Hofgartentor. Hinter ihm die Herren des großen Gefolges in offenen Karossen.
‘Achtung! Präsentiert!’
Der Fahnenmarsch erklingt. Alles reckt die Köpfe, schiebt sich und drängt nach vorn.
Die Ehreneskorte der Kürassiere in blinkenden Harnischen reitet voraus, und nun erscheint im sechsspännigen Galawagen, von der goldenen Herbstsonne bestrahlt, die hochragende ideale Jünglingsgestalt Ludwigs II., ihm zur Linken sein fröhlich lächelnder Bruder Otto. Ein langhallender Jubel übertönt die Fanfaren. Donnernd rollt der Heilruf des begeisterten Volkes über den weiten Platz. Im Nu ist das Spalier der Wachtmannschaften durchbrochen. Alles umdrängt, die Hüte schwenkend, den Wagen, der nur langsam sich dem Gewühle zu entwinden vermag.
Nach allen Seiten freundlich grüßend, neigt der König mit majestätischer Würde das schwarzumlockte bildschöne Haupt.”

Der König erzählt dann Frau von Leonrod in einem Brief vom 9. Oktober 1864: “Heute vor acht Tagen verließ ich morgens Hohenschwangau und war um 2 Uhr auf der Theresienwiese, wo sich zum Oktoberfeste eine zahllose Menge von Menschen eingefunden hatte, die ihre Freude über mein erstes Erscheinen als König bei diesem Feste durch anhaltendes Jubelgeschrei kundgab. Man sah deutlich, daß die Freudenbezeigungen ihnen von Herzen gingen. - Oh, meine Bayern sind ein gutes, biederes Volk, das treu zu seinem König hält!”

In München nimmt Ludwig die Regierungsgeschäfte wieder in vollem Umfang auf.
Noch im September 1864 war ja der neuernannte Justizminister Eduard von Bomhard vom König in Hohenschwangau empfangen worden.
Die Tagebuchaufzeichnungen des Ministers Bomhard über seine Vorträge bei Ludwig II. faßt Bomhards Biograph folgendermaßen zusammen:
“Am 8. Oktober 1864 hatte Bomhard dem König zum ersten Mal Vortrag zu erstatten. Die mündlichen Vorträge der Minister - an welchen von diesem wenigstens in den ersten Jahren mit Entschiedenheit festgehalten wurde - fanden nach des Königs Anordnung allwöchentlich an den für die einzelnen bestimmten Wochentagen statt. Man dabei auf dem Sessel neben dem auf dem Sofa sitzenden König Platz, ’in dessen schönes, bei besonders ihn interessierenden weit geöffnetes Auge man gerne blickte.’
Des Königs Haltung ist, bei einem gewissen Grad jugendlich-natürlicher Schüchternheit, die ihn bezaubernd ziert, doch majestätisch, imponierend.
Auch wer ihn nie gesehen, hätte ihn aus einer Versammlung von Hunderten herausgefunden und gesagt: ’Das ist der König.’
Die Vorträge hörte er mit großer Aufmerksamkeit an, dabei einem oft forschend ins Auge sehend. Nach deren Beendigung pflegte sich der König noch über allgemeine Gegenstände, stets höhere Tagesfragen, nie über Gewöhnliches, Hof- oder Stadtgespräche und dergleichen, zu unterhalten. - Darüber hatte Bomhard nach den ersten Unterredungen mit dem jungen Monarchen keinen Zweifel, daß er geistig in hohem Grade begabt sei; aber auch darüber, daß die geistigen Anlagen, Denken und Wissen, ohne geregelte Ordnung in seinem Kopfe lebten.
Es sei zu beklagen, daß der talentvolle Jüngling das Unglück hatte, nicht - wie andere junge Leute - durch systematisch geordneten, fortschreitenden Unter- richt und gründliche Studien nach und nach zu logischem Denken, bewußter Übersicht über das geistig Angeeignete und zur Fähigkeit richtiger Anwendung desselben zu gelangen.
Im Grunde genommen und in der Hauptsache war Bomhards Meinung über den sittlichen Charakter des Königs in der Zeit, während er ihm nahe war, die beste. Er legte großen Wert auf die Wahrnehmung, daß sein Herz rein und unverdorben war, daß er in ihm eine Keuschheit und Reinheit der Seele fand, wie sie der kostbarste Edelstein auf dem Throne sei, mit schwärmerischer Begeisterung für alles Schöne, Große und Edle, für die erhabensten Ideale.
Die meisten Besucher des Königs sind von seinem Äußeren, seinem Auftreten und seiner liebenswürdigen, gewinnenden Persönlichkeit tief beeindruckt.”

Von der gelegentlichen Marotte des Königs, sich im Audienzzimmer zu ver- stecken und die Besucher zu beobachten, berichtet auch die Hofschauspielerin Philomene Hartl-Mitius:
“Als ich den Vorsaal betrat, sah ich eine Menge befrackter und uniformierter Herren, die gleich zur Audienz befohlen waren. Ich wartete seit fünf Uhr, und es wurde 6½ Uhr, bis ich an die Reihe kam. Es dämmerte, als ich klopfenden Herzens das Gemach, in dem ich den König vorfinden sollte, betrat. Mit gesenktem Kopfe trat ich ein, machte die vorgeschriebenen Verbeugungen, wagte endlich aufzublicken und sah mich zu meiner Überraschung ganz allein. Der große Saal war leer. Ich wurde nun ein bißchen dreister, besah mir die Bilder an den Wänden und richtete eben den Blick auf einen goldenen Blumenkorb in der Ecke, der mit einer bis zur Decke reichenden Palme geschmückt war, als der König in Uniform mit Ordensband und Federhut hinter demselben hervorkam. Es war, als hätte er mich erst eine Weile beobachten wollen. Eine gute halbe Stunde unterhielt er sich nun in der leutseligsten Weise mit mir, erkundigte sich nach meinem Erziehungsgange und freute sich sichtlich zu hören, daß ich in einem königlichen Institute (zu Nymphenburg) groß geworden war. Er kannte ja alle meine Lehrer und Lehrerinnen persönlich und hatte als kleiner Prinz mit seiner Mutter manche Stunde in unserem Kloster- garten zugebracht. Wir besaßen also gemeinsame Kindererinnerungen, und er wurde nicht müde, mit mir darüber zu plaudern. Auch über mein Stück und mein Spiel sagte mir der Hohe Herr so viel Schmeichelhaftes, daß mir das junge Köpfchen ordentlich wirbelicht wurde. So klar und so liebenswürdig der König sich nun auch ausdrückte, so berauscht ich von der ganzen Unterredung war und obwohl Dämmerung in dem Gemache herrschte, ist mir doch damals schon eines aufgefallen: die großen wunderschönen Augen des Königs glitten unstet umher und hafteten nirgends fest. Wenn sie sich aber momentan in die meinen versenkten, sah ich darin einen seltsamen Ausdruck: unheimlich, rätselhaft. Es war, als ob eine innere Unruhe den Monarchen beherrschte, eine Unruhe, die mich schließlich selbst überfiel.”

Anfang 1865 werden dann die Audienzen etwas vermindert, und Ludwig schreibt am 22. Januar einen Brief an die Baronin Leonrod:
“Ich sehe, wie immer, täglich einen der Minister und erteile nun zweimal in der Woche Audienzen, dadurch gewinne ich Zeit zum Lesen, was mir stets ein hoher Genuß ist. Im ganzen lebe ich, soviel als tunlich, zurückgezogen.”
Bayerische Diplomaten, Gelehrte und viele Einheimische, die vom König aber immer wieder Audienz erhalten, sind stets des Lobes und der Bewunderung voll. Sie rühmen vor allen Dingen seine glänzende Erscheinung, sein sicheres Auf- treten, sein aufgeschlossenes, freundliches Benehmen jedem gegenüber und die Art, wie er sich leicht und einfach auszudrücken versteht.

Über Audienzen bei Ludwig II. sind viele Aufzeichnungen vorhanden, die alle den gleichen Eindruck vermitteln: Der überhoch aufgeschlossene, junge Mensch mit dem Anhauch ersten Bartes benimmt sich mit außerordentlicher Sicherheit, obwohl er bisher nur in der letzten Regierungszeit seines Vaters zuweilen dem Empfang von Gesandten beiwohnte. Er tritt im schwarzen Frack mit Ordens- Stern den Besuchern entgegen. Ernst und genau betrachtet er jeden mit seinen langbewimperten, sehr dunkelblauen, oft fast schwarz erscheinenden Augen, die allerdings bald kurzsichtig wurden.

Der 5. Teil folgt demnächst.


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