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Kommentar zum 130 Todestag des Märchenkönigs

Gibt es Wahrheit in der Geschichte?

Es gibt nur wenige Fälle in der Geschichtsforschung, bei denendie offizielle amtliche Verlautbarung und private Wahrnehmung durch das sog. Publikum so sehr auseinanderdriften wie im Falle des bayerischen Königs Ludwig II. Ein großer Teil des bayerischen Volkes ist nach wie vor überzeugt, dass es in der amtlichen Geschichtsaffassung, die vor allem vom Hause Wittelsbach und den großen bayerischen Institutionen nach wie vor vertreten wird, beträchtiche Ungereimtheiten gibt. Es sind vor allem zwei Bereiche, zu denen Forscher wie z.B. der Kunsthistoriker Siegfried Wichmann, die Historiker Wilhelm Kaltenstadler und Petr Glowasz (König-Ludwig-Forschung) gewichtige Argumente bringen, nämlich:

• Die Frage der Todesursache (Selbstmord, Totschlag, Mord des Königs etc.), die wahren Gründe und überhaupt das Wie seines Ablebens
• Die Frage der biologischen Herkunft des Königs oder konkret „War Max II. der leibliche Vater von Ludwig II.?“

Durch die Lösung dieser Fragen, durch welche auch andere Ungereimtheiten besser erklärt werden, würden die Spekulation und der Mythos aufhören. Erstaunlicherweise kommt das Instrument dieser Lösung aus der neutralen Schweiz. Dort hat man ein Verfahren entwickelt, mit welchem man beispielsweise mit Hilfe der Laser-Technik die Relikte eines Menschen durch einen Sarkophag (oder einen anderen materiellen Gesgenstand) hindurch - ohne Störung der Totenruhe - gewissermaßen durchleuchten und zu erstaunlich neuen Erkenntnissen gelangen kann. Diese Technik ist so neu, dass der renommierte König-Ludwig II-Forscher Peter Glowasz in Berlin die Medien dafür gewinnen will, im Dienst für die historische Wahrheit diese neue Technik auch beim Sarkophag von Ludwig II. einzusetzen. Diese Technik ist offensichtlich so zielführend, dass auch die Deutsche Presse-Agentur im Juni 2016 auf diese aufmerksam geworden ist.

Nicht wirklich und umfassend bedacht wurde aber bei dieser Aktion der historischen Wahrheitsfindung, dass das Haus Wittelsbach vermutlich alle Hebel in Verbindung setzen wird, damit diese Aktion auf gar keinen Fall stattfinden wird. Denn es gibt hier so allerhand zu verbergen. Über kurz oder lang wird man auch in Bayern, wenn man sich nicht dem Vorwurf aussetzen will, dass man neue Methoden in der Forschung im Allgemeinen und in der Geschichtsforschung im Besonderen verhindern will, nicht umhin können, den Mythos um König Ludwig II. zu lüften. Der Schlüssel der Lösung liegt beim Hause Wittelsbach. Es gibt auch in Bayern viele Menschen, welche davon überzeugt sind, dass diese „Lüftung“ ohne Medien nicht machbar ist. Voraussetzung dafür, diese neue Methode auch bei Ludwig II. anzuwenden, würde sein, dass man zu dieser höchst bayerischen Angelegenheit ein Volksbegehren, das in der bayerischen Verfassung vorgesehen ist, durchführt und diesem, falls sich die nötige Zustimmung der Bevölkerung findet, eine Volksabstimmung folgen lässt.


Prof. Dr. Wilhelm Kaltenstadler 08.06.2016

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