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Kolumne 28

Erstes Kapitel der Biographie
Der junge König
3. Teil

Ludwig II. war ja eigentlich ganz aus dem Stoff einer anderen Zeit. Nie ist er aus dem Knaben, der in der Freskenwelt von Hohenschwangau daheim war, ganz herausgewachsen. Er lebte in der deutschen Reichsidee des Mittelalters und in seinem feudalen Imperialismus, ohne Blick auch für den neuen liberalen Imperialismus, der ringsum anwuchs, den der Wirtschaftsexpansion und den der nationalen Einheitsstaaten.
In seinem innersten Seelenkern war und blieb Ludwig nichts anderes als der letzte bayerische Stammesherzog: ein lebendiger und, wenn man will, groß- artiger Anachronismus. Wie sehr er damit außerhalb von Zeit und Volk stand, dem zu dienen er dennoch ehrlich willens war, bemerkte zunächst niemand, auch er selbst nicht. Nur der zartfühlende Peter Cornelius empfand etwas davon, als er zu Silvester 1864 vor einem Bild Ludwigs sagte: “Wenn die Könige nicht wären wie er da, wird es bald keine mehr geben.”
Wie stand es aber überhaupt um dieses Regime: Trotz allen Glanzes der Jugend, der es so gewinnend umgab, ließ sich nach wie vor nicht verkennen, dass der König sehr allein war. Es fehlte etwas wie eine verbindende, vermittelnde Schicht zwischen ihm und der Umwelt. Er hatte ein Volk, aber weder Freunde noch wirklich Vertraute. Denn die mit ihm Gleichaltrigen, die an Reife also etwa zwischen Kadett und Leutnant standen, vermochten natürlicherweise noch nicht, ihn nützlich zu beraten. Seine Ratgeber wiederum mußten ebenso selbst- verständlich einer anderen, der väterlichen Generation angehören. Er hatte zunächst die Beamten Maximilians beibehalten, insbesondere dem Staatsrat Franz Xaver Pfistermeister, den Chef des Kabinettssekretariates, das im da- maligen Bayern zu einer höchst einflußreichen Behörde herangewachsen war.
Ursprünglich wirklich nur das Sekreteriat des Königs, war es allmählich eine Zwischeninstanz geworden, durch deren Vermittlung allein auch die verant- wortlichen Minister mit dem König verkehren konnten; damit besaß der Chef des Sekreteriates eine Schlüsselposition im Staat, ja, konnte der eigentliche Premierminister sein, ohne doch irgendeine verfassungsmäßige Verantwortung zu tragen; wirklich auch hatte Pfistermeister bereits das Sekretariat zu einer kleinen Zentralbehörde ausgebaut.
Sein Charakterbild ist umstritten. Denn im ganzen stellt er wohl doch nicht mehr dar, als den Beamtentyp alter Überlieferung, und zwar mit seinen unver- meidlichen Fehlern. Ludwig II. hatte den damals erst Vierunddreißigjährigen auf seinem bedeutenden Posten vorgefunden und beließ ihn lange dort. Im ersten Abschnitt seiner Regierung war der trockene, zuverlässige Mann sein weitaus häufigster und einflußreichster Berater.
Wen hätte der König auch sonst noch gehabt?
Die Jugendgespielen, die Adjutanten, den Bruder Otto, sie waren unbeschwert ausgelassen und versprachen sich erklärlicherweise viel von der Herrschaft des Jünglings. Otto war ein jovialer, etwas schwatzhafter, leicht, allzu leicht sich unterordnender junger Herr. Von den beiden mit Ludwig ungefähr gleich- altrigen Flügeladjutanten, Fürst Paul Taxis und von Sauer, schien jener, mit einer hübschen Singstimme begabt, dem König eine Zeitlang freundschaftlich näherzustehen. Aber er war, allem Anschein nach, wohl doch nur ein seichter Ohrenbläser, verschwand bald vom Hof und aus der Armee, heiratete tief unter seinem Stand und endete jung noch in Armut als Theaterdirektor.
Endlich wäre hier auch noch Max von Gietl zu erwähnen, der Sohn des Leib- arztes der königlichen Familie. Mit Ludwig etwa gleichaltrig, war er als Knabe sein Spielgefährte gewesen. Auch später war Gietl immer in der Nähe des Königs. Er wurde Beamter des Auswärtigen Dienstes, hatte nebenbei auch persönliche Aufträge Ludwigs zu erledigen, blieb aber, seiner zurückhaltenden Natur gemäß, stets im Hintergrund.

Allerdings, unter den fröhlichen Herren dieses Jünglingshofes taucht jetzt schon zum ersten Male und danach immer wieder die merkwürdige Figur des Stall- meisters Graf Max Holnstein auf. Einer morganatisch entstandenen Nebenlinie der Wittelsbacher entstammend, die deshalb das Recht hatte, ihrem Namen das Prädikat “aus Bayern” anzufügen, und selbst auch durch seine Frau, eine Enkelin des Prinzen Carl von Bayern, mit dem Königshaus verschwägert, war Graf Max ein blonder, derb gesunder Herkules, wenig gebildet, aber sehr lebensgewandt und von rücksichtsloser Energie, in jeder Wesensfaser eine dem König entgegengesetzte Existenz. Dennoch begleitete er Ludwigs Lebensweg bis ans dunkle Ende, möglicherweise gerade dieses Andersseins wegen.
Vielleicht, daß eben deshalb der König sich von dem kecken, selbstbewußten Menschen, der immer da war und nie verlegen wurde, nicht loszumachen vermochte. So tritt Holnstein immer wieder halb hinter den Kulissen hervor und hat seine Hände überall, meistens dort, wo man sie am wenigstens vermutet, ein Abenteurer großen Stils, ein furchtloser Mann, doch ein höchst problematischer Charakter. Rasch zum Oberstallmeister befördert, durch Heirat reich geworden, galt er während der ganzen Regierungszeit Ludwigs II. als “der markanteste Mann am Hofe”.
Alle diese jungen Leute ließ Ludwig anfangs in ihrer etwas lärmenden Lebens- freude gewähren, war aber keineswegs einer der ihrigen.

Clara Tschudi erzählt uns nun aus dem täglichen Leben des Königs:
“Ludwig II. erledigte seine Regierungsgeschäfte stets pünktlich. Er legte Gewicht darauf, daß nichts aufgeschoben wurde; selbst seine Gegner mußten aner- kennen, daß er sein königliches Amt eine lange Reihe von Jahren hindurch pflichtgetreu erfüllte.
Im Anfang seiner Regierung hatte er die Gewohnheit, zeitig aufzustehen; aber es dauerte nicht viele Jahre und späterhin zeigte er sich selten vor Mittag. Wenn er sich in den Bergen aufhielt, wurden ihm die Dokumente, die er unterzeichnen sollte, durch einen Eilboten zugeschickt, der München jeden Morgen verließ und an dem selben Abend dorthin zurückkehrte. Der Kabinettssekretär begleitete Ludwig beinahe immer. Während der warmen Sommerszeit wurden die Staats- geschäfte gelegentlich auch im Freien erledigt, indem man auf einem mit türckischen Teppichen belegten Grasplatze Tische und Stühle aufstellte und vor den Platz des Königs große Blumensträuße setzte. Hier trug der Kabinetts- Sekretär die Dokumente vor, der König traf seine Entscheidungen, ver- abschiedete sich und verschwand ebenso schnell wieder, wie er gekommen war.
Wenn Ludwig von einer schlechten Laune beherrscht war, konnte er schon eine bloße Miene oder einen nicht genau gewählten Ausdruck übelnehmen; und oft sandte er seinem Sekretär spät in der Nacht Briefe, in denen er ihn auffordete, über ein einziges unüberlegtes Wort Rechenschaft abzulegen. Aber gleichzeitig war er auch bemüht, ihm, wenn er zufrieden mit ihm war, eine Freude zu bereiten: häufig überraschte er ihn und seine Familie mit Fotografien, mit Büchern und anderen wertvollen Gegenständen.
Wenn Ludwig II. in München weilte, fuhr er täglich nach dem ‘Englischen Garten’, wo er dann ganz allein, den Hut tief in die Stirn gedrückt, unter den alten Bäumen auf und ab schritt. Bei Ausfahrten durch seine Hauptstadt München ließ er sich stets von Polizisten begleiten. Wo er sich auch dem Volke zeigte, schritt er, den Kopf zurückgeworfen, außerordentlich stramm einher, was Übelgesinnte als ein Zeichen von Größenwahn betrachteten, während die meisten anderen seine Haltung stolz und königlich fanden. In Wahrheit aber hatte er eine schlechte Haltung und einen unsicheren, schwankenden Gang, den er zu verbergen suchte. Wenn er mit Fremden sprach, so ließ er sie weit von sich stehen, weil es ihm unangenehm war, wenn man merkte, daß er schlechte Zähne hatte; denn er war eitel auf seinen Ruf als Europas schönster Monarch.
Da er niemals pünktlich war, mußten die Speisen stundenlang für ihn warmgehalten werden, und von den zehn bis zwölf Gerichten, die man ihm servierte, aß er oft nur eines. In der Regel trank er nur Rheinwein mit Wasser und Champagner, in den man frische duftende Veilchen gelegt hatte. Feurige Weine trank er überhaupt nicht, weil sie ihm Blutandrang nach dem Kopfe verursachten. Er ließ, bevor er sich zur Ruhe begab, seinen Diener ein Glas Cognac auf seinen Nachttisch stellen, aber meist stand es am anderen Tage noch unberührt.
Viele Stunden am Tage verwandte Ludwig II. auf das Studium der Literatur, und auch bei seinen Ausflügen in die Berge nahm er immer verschiedene Bücher mit; wenn er Reisen unternahm, so wurde stets ein Koffer mit einer wohl- überlegten Auswahl der Werke seiner Lieblingsschriftsteller gefüllt. Als Kron- Prinz hatte er keine Gelegenheit gehabt, Hochschulen zu besuchen oder sich durch Aufenthalt in fremden Ländern Kenntnisse und Erfahrungen zu erwer- ben; aber durch Selbststudium ward er schon in jungen Jahren ein kenntnis- reicher Mann. Er studierte zahllose wissenschaftliche Werke gründlich, und wenn er sich von einem Schriftsteller angezogen fühlte, las er alles, was dieser geschrieben hatte. Auch die Persönlichkeit und das Privatleben des Schrift- Stellers war ihm nicht gleichgültig; wenn der Autor noch am Leben war, gab der König Befehl, daß man ihm Aufklärung darüber schaffte, unter welchen Verhältnissen er lebte. War er arm, so ließ ihm Ludwig sehr oft in aller Stille eine großartige Hilfe angedeihen.” Soweit Clara Tschudi.

Dr. Franz Merta, Bibliotheksoberrat an der Bayerischen Staatsbibliothek in München, verfaßte im Jahre 1986 (anlässlich des 100. Todesjahres des Königs) erstmals ein ausführliches Itinerar, welches überraschende Aufschlüsse in seiner ausführlichen Form über die Arbeitsweise Ludwigs II. bei der Erledigung der Regierungsarbeit vermittelt.
Dr. Franz Merta schreibt: “Es (das Itinerar) widerlegt die offizielle Behauptung, daß Ludwig II. vor allem in den späteren Jahren an der praktischen Regierungsarbeit nicht mehr mitgewirkt und diese allein den Ministern überlassen habe, deren Pflichttreue und Tüchtigkeit es allein zu verdanken gewesen sei, daß die Regierungsgeschäfte geordnet weitergeführt werden konnten und das Staatswohl keinen Schaden erlitten habe.
Eine solche Führung der Regierungsgeschäfte ohne die Mitwirkung des Königs wäre nach den geltenden Verfassungsbestimmungen über die Ministerverant- wortlichkeit einem permanenten Verfassungsbruch gleichgekommen. Tausende von Belegen beweisen dagegen, daß die gesamte Regierungsarbeit im Gegensatz zu diesen offensichtlichen Zweckbehauptungen vollkommen verfassungskonform bis zum 8. Juni 1886, dem vorletzten Tag vor der Gefangennahme des Königs, in der Weise abgewickelt wurde, dass von der Gesamtregierung oder den jeweils zuständigen Ministerien zur Sanktionierung der beabsichtigten Maßnahmen Anträge an den König gerichtet oder bei Initiativen des Königs entsprechende Anträge vom Gesamtministerium bzw. dem zuständigen Ministerium erbeten wurden, denen dann der König durch seine Unterschrift in der Regel seine Zustimmung erteilte, sie gelegentlich auch modifizierte oder ablehnte, wobei er dann meist andere Vorschläge erbat. Dieses Verfahren wurde nicht nur bei Akten der Gesetzgebungstätigkeit angewendet, sondern auch bei einer geradezu unglaublichen Fülle von einfachen Verwaltungsangelegenheiten, die infolge der sehr engen Auslegung der einschlägigen Verfassungsbestimmungen ebenfalls der Zustimmungspflicht des Königs unterlagen, wie zum Beispiel: die Ernennung, Beförderung, Versetzung, Beurlaubung, Urlaubserteilung, Verehelichung, Pensionierung von Beamten der inneren und der Finanzverwaltung, von Gymnasiallehrern und Universitätsprofessoren, von Richtern und Notaren, von Förstern, Rent- und Baubeamten, von Offizieren, Diplomaten und Amtsärzten, die Besetzung von Pfarreien, Kaplaneien, Benefizien, Domvikarstellen und Bischofssitzen, Vikariaten und Konsistoriatsstellen, die Änderung von Familien- namen, Ortsnamen und Pfarrsprengeleinteilungen, die Abhaltung von re- gionalen Kirchenkollekten und Wohltätigkeitssammlungen, Staatsbürger- schaftsverleihungen und Volljährigskeitserklärungen, die Erhebung von lokalen Bier-, Malz- und Mehlsteuern, Begnadigungen und Strafnachlässe, Be- stätigungen von Bürgermeister-, Magistrats-, Universitäts- und Akademie- wahlen, Ordens- und Hoftitelverleihungen, Annahmegesuche bei Ehrungen durch auswärtige Fürsten und dergleichen mehr.
Alle diese Vorgänge, für die sein Großvater König Ludwig I. nicht als Unterschreibmaschine fungieren wollte, hat Ludwig II. ohne feststellbare Änderung seiner Arbeitsgewohnheiten, wenn schon nicht begeistert, so doch wenigstens pflichtgemäß nachweisbar bis zum 8. Juni 1886 bearbeitet, und zwar Tag für Tag, die Samstage, Sonntage, ja selbst die höchsten Feiertage nicht ausgenommen, in den Zeiten, in denen er sich am Sitz seines Kabinetts- sekretariats aufhielt, der sich von etwa Mitte Februar bis zum 10. Mai und in den ersten beiden Novemberwochen in München, vom 11. Mai bis Ende Oktober in Schloß Berg und von Mitte November bis etwa 10. Februar in Hohen- schwangau befand.
In den Zeiten seiner Abwesenheit vom Sitz des Kabinettssekretariats, also während seiner Bergfahrten, während seiner Aufenthalte in Linderhof und Herrenchiemsee sowie während des Frühlings- und Sommeraufenthalts in Hohenschwangau, fand die Bearbeitung des Geschäftseinlaufs in einem festen regelmäßigen Rhythmus im Abstand von mehreren, längstens jedoch fünf Tagen statt.
In Bezug auf die von der Verfassung vorgeschriebene Mitwirkung des Königs an der Regierungsarbeit entbehrt deshalb der Vorwurf der Pflichtvernachlässigung gegen Ludwig II. jeder tatsächlichen Grundlage.”
Soweit Dr. Franz Merta.

Und bei Gottfried von Böhm lesen wir: “Ludwig II. war sehr belesen und er hatte ein hervorragendes Gedächtnis, das ihn befähigte, Teile von Schillers Dramen sehr gut zu deklamieren. Er besaß auch die Fertigkeit, mit guter Aussprache Französisch zu sprechen. Nicht nur schöne Verse behielt er im Gedächtnis; er erinnerte sich noch nach Jahren an den Gang wenig bedeutender Verhandlungen und Gespräche und konnte genau Stellen in Büchern angeben, die er gelesen hatte.
Er war ein ausgezeichneter Reiter, und seine Begleiter seufzten über seine Parforceritte. Bei seinem Regierungsantritt erhielt der Oberstallmeister den Auftrag, ihm ein Verzeichnis aller Reitpferde des Hofstalles vorzulegen, da er vorhabe, alle Pferde der Reihe nach zu reiten. Um jene Zeit ritt er einmal von Seeshaupt nach Kochel, von da an den Walchensee und wieder zurück nach Kochel, wo er zu Mittag aß; dann ritt er nach Partenkirchen, wobei ihn der Weg nach Mittenwald wieder am Walchensee vorbeiführte. In Partenkirchen kam er abends 9 Uhr an. Am folgenden Tage ging er morgens drei Stunden spazieren und ritt dann um 2 Uhr wieder über Murnau nach Seeshaupt und Berg, nachdem er schon vorher einmal den See in vier Stunden umritten hatte.
Es existieren zwei Bilder von Ludwig II. zu Pferd. Das eine Bild von Feodor Dietz gibt lebenswahr die Windeseile seiner Ritte wieder, das andere Bild von Behringer stellt ihn dar, wie er im September 1864, umgeben von seinem Generalstab und den Prinzen des königlichen Hauses, verkündet durch 21 Kanonenschüsse, sich zu der ersten großen Truppenrevue auf dem Marsfeld begibt.
Dazu schildert ein englischer Biograph diese Szene: ‘Der König sitzt mit vollkommener Sicherheit (with the most perfekt ease) zu Pferd, er trägt mit einer für einen so jungen Mann außerordentliche Würde das Haupt, und seine schönen Augen blicken geradeaus. Allein niemand, als vielleicht ein schwärmerisches junges Mädchen, wird je behaupten wollen, daß dieser schöne junge Reiter ein militärisches Aussehen hat, - aus dem einen Grunde, weil er sich das Haar hätte schneiden lassen sollen.’
Ludwig war aber auch ein guter und eifriger Schwimmer. Trotz aller Vorzüge war er sicherlich auch ein wenig feminin. Dies zeigte sich in seiner Vorliebe für Wohlgerüche, z.B. wohlriechende Getränke und Veilchenbowlen. Zuweilen wurde seine Parfümierung mit Chypre als übertrieben empfunden. Nicht ohne Eitelkeit war er überhaupt auf die Pflege seines Körpers bedacht.
Die Frauenwelt war natürlich vom König hingerissen. Die Schwärmerei ging so weit, daß sich ständig Mütter mit ihren Töchtern in den Gängen der Residenz ‘verirrt’ haben. Als König Max noch lebte, dachte keine daran, sich zu verirren. Und die Liebesbriefe! Die meisten konnte man ihm gar nicht aushändigen, so indezent waren sie gehalten, und er war doch so unschuldig, so entzückend naiv! Wenn er sich Frauen von der Oper oder vom Schauspiel bestellte, dann nur, um eine Arie oder einen Monolog anzuhören. Verführen konnte ihn keine. Auf alle mögliche Weise haben die Frauen und Mädchen es versucht, eine soll absichtlich in den künstlichen Teich gefallen sein, im Wintergarten der Residenz. Und eine andere verlangte sogar, sein Schlafzimmer sehen zu dürfen. Dort wurde sie dann zudringlich, aber solche Entgleisungen nahm er sehr übel. Das ging soweit, daß er sogar die Räume ausräuchern ließ, um die Atmosphäre wieder zu reinigen.”
Soweit die Eindrücke von Gottfried von Böhm.

Der vierte Teil folgt demnächst.

Das nachstehende Foto zeigt Peter Glowasz, den Autor des Buches “Auf den Spuren des Märchenkönigs”; die Aufnahme zeigt das Gedenkkreuz im Starn- berger See.


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