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Kolumne 39

Die Berliner Pfaueninsel im Luisenjahr:
"Luise - die Inselwelt der Königin von Preußen"
Ein Beitrag von Peter Glowasz

Anlässlich des Luisenjahres schnitten zwei Gärtner mit Sensen den im Oktober ausgesäten Roggen und banden ihn zu Garben. Zwei bis drei Tage muss das Getreide trocknen, dann soll es in einer Windfege gereinigt und in der historischen Mühle im Park Sanssouci zu Schrot und Mehl gemahlen werden, um Brot zu backen.
Anlässlich des 200. Todestages der preußischen Königin Luise widmen sich in Berlin und Brandenburg das ganze Jahr über zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen dem Leben dieser großen Persönlichkeit der Hohenzollern-Dynastie. Die Pfaueninsel war unter Königin Luise und König Friedrich Wilhelm III. landwirtschaftliches Mustergut.
Die romantische Pfaueninsel in der Havel vor Wannsee gehört heute zum Welterbe der UNESCO. Die Insel gehörte zu den Orten, wo sich Königin Luise und ihr Gatte besonders gern aufhielten. Dort konnte das Herrscherpaar das Leben in freier Natur ungestört genießen.
Die von Peter Joseph Lenné gestaltete Parklandschaft auf der Insel spielt im Luisenjahr 2010 eine wichtige Rolle; die Pfaueninsel ist Schauplatz eines innovativen Aus- stellungsprojektes: Internationale Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit der Historie und der Atmosphäre des Ortes und der Person der Königin auseinander.

Übrigens: Es gibt Zusammenhänge zwischen dem königlichen Haus der Hohenzollern und dem königlichen Haus der Wittelsbacher:
Die Mutter König Ludwigs II. von Bayern war nämlich die Prinzessin Marie Friederike von Preußen; mit 17 Jahren heiratete sie König Maximilian II. von Bayern, er war Ludwigs Vater.
Und Prinz Wilhelm, ein Sohn von Königin Luise von Preußen und späterer König Wilhelm I. von Preußen, wurde am 18. Januar 1871 zum Deutschen Kaiser im Spiegelsaal des Schlosses in Versailles proklamiert. Vorweg hatte König Ludwig II. von Bayern (auf Anraten Bismarcks) dem König Wilhelm I. von Preußen das Angebot der Kaiserwürde mittels des berühmten “Kaiserbriefes” vom 30. November 1870 angeboten.
Somit hatte also König Ludwig II. von Bayern maßgeblich zur Gründung des Deutschen Reiches beigetragen.
Der bayerische König begrüßte erstmalig den Sohn der Königin Luise von Preußen, nämlich den gekrönten Deutschen Kaiser Wilhelm I. am 13. Juli 1874 in München persönlich.
In Bayern hieß es dann: “Nun hatte sich der Adler auch im Reiche des Löwen niedergelassen - und der König von Bayern mußte ihn begrüßen …”


Copyright@ Juni 2007 by Peter Glowasz Verlag, Berlin



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