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Kolumne 9

Prof. Häfner meint: "Eine Obduktion wird nichts Neues ergeben!"

Zu dem Interview mit Professor Häfner im Rheinischen Merkur seien folgende Anmerkungen erlaubt:
Das zunächst erstellte Persönlichkeitsbild König Ludwigs dürfte zutreffend sein, wenngleich über (erotische) Intimitäten aufgrund der Quellenlage sich allenfalls Vermutungen äußern lassen.
Für die Abdankungsabsichten lagen, wie Herr Professor darlegt, durchaus nachvollziehbare politische Gründe vor. Wenn Ludwig II. allerdings in der lebenszerstörenden Krise der Junitage 1886 nach Ansicht des Professors ernstzunehmende Todeswünsche »ein letztes Mal« zu erkennen gab, so bin ich bei der Wertung der überlieferten Quellen gerade gegenteiliger Meinung. »Ernste Todeswünsche« (bezeugt von Zeitgenossen, aber nicht handschriftlich vom Urheber) wurden in der verzweifelten Situation in Neuschwanstein nicht letzt-, sondern e r s t m a l i g geäußert und sind für mich unbedingt nachvollziehbar, berücksichtigt man Guddens Planung für den Rest des kaum mehr als vierzigjährigen Königslebens. Hingegen sind zu früheren Zeitpunkten in Briefen geäußerte Freitodgedanken, löst man sie nicht unzulässig aus ihrem Kontext, entweder romantische Tristan-Phantasien, die lediglich das Maß der Zuneigung zu dem Adressaten ausdrücken sollen, oder - in der akuten Finanzkrise seit 1885 - kaum ernstgemeinte erpresserische Drohungen für diejenigen, die einen baldigen Baustopp forderten und keinerlei Mühe um Kompromisse erkennen ließen.
König Ludwigs Sozialphobien, Sexualprobleme etcet. Werden sachlich richtig wiedergegeben und eingeordnet; ob man allerdings die frühkindliche Erkrankung als entscheidende Ursache bezeichnen kann, sei dahingestellt, denn für diese Krankheit im Kleinkindalter gibt es so viele Diagnosen wie es mit dem Thema befaßte Psychiater und Psychotherapeuten gibt.
Was nun die Königstragödie im engeren Sinne betrifft, so kann ich Herrn Professor Häfner voll zustimmen, was Ludwigs Tagebuchführung und sein Verhalten bei der Festnahme betrifft, die keinerlei Bestätigung der Guddenschen Diagnose nahelegen, und ich danke dem in diesem Punkt absolut sachkundigen Verfasser für seine klaren Worte.
Hingegen kann ich nicht zustimmen im Hinblick auf die Todesursache, die aus meiner Sicht noch absolut nicht geklärt ist. Es ist für mich unbegreiflich, dass der auf seinem Fachgebiet so klar und treffsicher urteilende Professor (sieht man von der hypothetischen Theorie der Sucht ab) die damaligen Ermittlungen als »s o r g f ä l t i g« bezeichnen kann. Sie enthalten so viele ungelöste Widersprüche und gegensätzliche Aussagen, und es gibt so zahlreiche Indizien, dass Zeugen eingeschüchtert wurden, dass für mich die seit dem 13. Juni 1886 durchgeführten amtlichen Erhebungen (einschließlich der Obduktionsprotokolle, die äußerst beredt hinsichtlich der Hirnsubstanz, aber bemerkenswert verschwiegen hinsichtlich der Todesursache waren) nicht den geringsten Aussagewert besitzen.
Der Tod Ludwigs II. war ein aufsehenerregendes Politikum, bei dem massive Interessen Überlebender bedroht waren und neutrale Ermittler nicht hinzugezogen wurden, und darum halte ich eine gerichtsmedizinische Untersuchung mit heutigen, die Totenruhe schonenden Mitteln, nicht für überflüssig, sondern für dringend erforderlich.
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